WordPress? Typo3? Joomla? Oder was?

Sie stehen vor einem Relaunch Ihrer Website und überlegen, dabei auch alte Zöpfe abzuschneiden – technisch, gestalterisch, inhaltlich. Was liegt näher, als zuerst Fachleute nach dem besten Weg zu befragen? Eine der zentralen Fragen: soll es beim alten Content Management System bleiben? Oder soll sogar darauf verzichtet werden? Was sind die Alternativen? Und was hat das alles für Konsequenzen für Kosten und Pflege?

Für Nicht-Fachleute (und das sind die meisten Verantwortlichen in Unternehmen) ist das Thema Technik eines der undurchsichtigsten überhaupt. Schließlich muss man sich auch nur alle Jahre wieder damit auseinandersetzen und in der Zwischenzeit ist die Technik fortgeschritten. Es lohnt also kaum, sich mit Technikdetails intensiver zu beschäftigen. Keine ungewöhnliche, selbst erlebte Situation: ein Pitch mit vier Internetagenturen wird nicht weitergeführt, weil drei Agenturen unterschiedliche Content Management Systeme empfehlen. Und jede auf „ihr“ System schwört und andere schlechter beurteilt. Berechtigte Frage: Welcher Empfehlung soll man also trauen?

Hintergrund zum Content Management System Empfehlung

Fast jeder Web-Entwickler hat „sein“ Leib und Magen Lieblings-Content Management System, mit dem er/sie am besten vertraut ist. Ein anderer: die beim Webseitenbetreiber mit der Pflege der Inhalte Betrauten möchten nach Möglichkeit beim vertrauten System bleiben und sich nicht auf ein Neues einstellen müssen. Ein dritter: es gibt im Unternehmen bzw. der Unternehmensgruppe bereits andere Websites, die mit einem bestimmten System entwickelt wurden. Daher scheint es auf den ersten Blick ratsam, bei einem Relaunch einer einzelnen Seite beim alten System zu bleiben.

Jenseits dieser scheinbaren Imperative gibt es aber Argumente, die durchaus für das eine oder andere System sprechen. Sehen wir uns zunächst mal an, welche Systeme am stärksten verbreitet sind. Die grauen Balken beschreiben das mittlere Budget. Heißt: wer eher ein kleineres Budget hat, vertraut auf WordPress oder Joomla!; größere Budgets bevorzugen eher Typo3. Die Marktanteile sprechen eine überdeutliche Sprache:

Welche Vorzüge werden für welche Systeme genannt? Fakt ist: es gibt Hunderte Content Management Systeme, die von einigen Agenturen und Entwicklern selbst gebauten außen vor. Schauen wir uns die „Top 3“ in Sachen Marktanteil an, die alle für Ihren Relaunch eine solide und entwicklungsfähige Grundlage bieten können:

Content Management System und deren Marktanteil sowie das durchschnittliche Budget
Quelle: //www.webkalkulator.com/cmsvergleich

1. WordPress

WordPress ist das am weitesten verbreitete Content Management System, mehr als jede zweite Website weltweit basiert auf WordPress. Das System zeichnet sich durch eine einfache und leicht verständliche Bedienungsoberfläche aus. WordPress ist für kleine bis mittelgroße Seiten geeignet sowie Seiten, die einen Blog integriert haben, da die gesamte Funktionalität bereits von Haus aus vorhanden ist. Ein weiterer Vorteil der großen Verbreitung ist die stetige Weiterentwicklung des Systems sowie die regelmäßige Veröffentlichung von Sicherheitsaktualisierungen. Die vorhandenen Funktionen können über die Installation von einer Vielzahl an Plugins erweitert werden. Trotzdem sollte man die Anzahl an Plugins innerhalb des CMS im Auge behalten. Die gilt ebenfalls für Gestaltungsvorlagen (Themes), die in kostenlosen und kostenpflichtigen Varianten verfügbar sind. Die Integration von individuell programmierten Themes ist ebenfalls mit geringen HTML-, CSS- und PHP-Kenntnissen möglich. WordPress verfügt über eine große Community und eine umfangreiche Dokumentation zum Grundsystem.

Fazit: WordPress ist für weniger technikaffine Nutzer, durch die Einfachheit der Bedienung und die simple Erweiterung des Grundsystems immer eine Option, die in Betracht gezogen werden sollte.

2. TYPO3

Wenn es um Firmenwebseiten mit vielen Inhalten und Unterseiten geht ist TYPO3 im Vorteil. Die integrierte mehrsprachig und die Multidomainfähigkeit, um mit einem TYPO3 mehrere Webseiten zu betreiben sind ebenfalls beachtenswerte Vorteile des Systems. Die hierarchische Darstellung der Seitenstruktur bietet Redakteuren eine gute Übersicht über die vorhandenen Seiten. Daher ist TYPO3 sehr gut für umfangreiche Seiten geeignet. TYPO3 lässt sich ebenfalls mit Plugins erweitern und durch Themes von der Darstellung her anpassen. Für Anpassungen sind jedoch grundsätzliche Kenntnisse von TypoScript erforderlich. Für alle Individualisierungen, die über die Pflege des Contents hinausgehen, sind tiefergehende Kenntnisse des Systems und TypoScripts notwendig, um diese vorzunehmen. TYPO3 bringt ein umfangreiches Rollen- und Rechtesystem mit sich, über das die Möglichkeiten, die ein Nutzer im System hat, kontrollierbar sind.

Fazit: Für größere (auch mehrsprachige) Websites und Multidomain-Seiten sollte das CMS in Betracht gezogen werden

3. Joomla!

Im internationalen Vergleich der Content Management Systeme ist Jommla! die Nr. 2 nach WordPress. Vorteilhaft in Joomla! sind die bereits integrierte Mehrsprachigkeit im Backend und Frontend sowie die Möglichkeit eine Community oder ein soziales Netzwerk im Rahmen des Systems einzurichten. Die derzeitige Version 3.7 wird, wie auch die aktuellen Versionen von WordPress und TYPO3, regelmäßig von der Entwicklergemeinschaft mit Sicherheitsupdates versorgt. Ebenfalls gibt es für Joomla! Plugins und Themes, mit denen sich die Grundfunktionalitäten ohne große Aufwände erweitern lassen.

Fazit: Eine Alternative zu WordPress.

Fazit

Was also tun? Die Antwort lautet: es gibt nicht DAS beste System. Grundsätzlich können Sie wirklich JEDE Website mit einem der genannten drei Systeme umsetzen und problemlos betreiben. Die grundlegende Frage ist, welchen Umfang Ihre Seite hat und welche Funktionalitäten Sie benötigen. Die zweite: mit welchem Aufwand lässt sich ein gewünschtes Layout umsetzen und die zu integrierende Funktionen programmieren? Und an diesem Punkt gibt es definitiv größere Unterschiede, die sich später in den Kosten niederschlagen. Kennt man Umfang und gewünschte Funktionalitäten, kann man die Wahl des richtigen CMS jedoch recht zügig treffen. Wir geben Ihnen gern Tipps und helfen weiter, auch im Rahmen unserer unabhängigen „Zweiten Meinung“.

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