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Autor: Steffen Hauß
Lesezeit: ca. 4 Min.

TikTok – Social Media Hype oder Hope?

Alle reden von TikTok. Wieder nur ein neuer Hype? So wie Snapchat vor ein paar Jahren, das aber heute nicht mehr die Headlines beherrscht (das aber viele weiterhin nutzen)? Immerhin erscheint TikTok (früher: musical.ly) dem großen Wettbewerber Facebook so bedrohlich, dass er Formate von TikTok kupfert. In diesem Falle z.B. das Videoformat Reels. Die Strategie: Durch Kopie des TikTok Formats Abwanderung von seiner Plattform Instagram verhindern.

Für alle, die es noch nicht kennen: TikTok ist eine reine Videoplattform, auf der Nutzer Inhalte von maximal 1 Minute hochladen können. Von coolen Tänzen über kurze Kochvideos, bis hin zu persönlichen Einblicken aus dem Alltag der Nutzer – auf TikTok sind der Kreativität und Fantasie keine Grenzen gesetzt. TikTok ist aktuell das jüngste Netzwerk in der Social Media Welt. Über 69% der aktiven Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahre, 31% über 25 Jahre alt. (https://www.futurebiz.de/artikel/tiktok-statistiken-2019/). Marktforscher gehen davon aus, dass TikTok neben Instagram und YouTube besonders bei Jüngeren demnächst zu den führenden Kanälen für Social Shopping aufschließen wird. (https://www.ibusiness.de/members/commerce/db/802433grollmann.html).

Was TikTok für Werbungtreibende ohne große Ad Budgets interessant macht, ist, dass es hier keinen reichweitenbegrenzenden Algorithmus gibt. Anders als bei Instagram, ist es bei TikTok auch mit einer kleinen Followerzahl möglich, dass spannende Beiträge schnell steil gehen und große Reichweiten erreichen. Und Accounts mit attraktivem Content schnell hohe Followerzahlen erreichen. Dadurch gibt es deutlich mehr Accounts mit über 1 Millionen Followern (vor allem in Deutschland) als bei Instagram.

Die Interaktionen auf TikTok sind in vielen Fällen höher als bei anderen Social Media Plattformen. Was auch durch die Funktionen „Duett“ und „Stitch“ gefördert wird, bei denen man mit einem eigenen Videoclip auf ein Video eines anderen Nutzers reagieren kann. Unternehmensseiten, die kreative Videos hochladen, verzeichnen auf TikTok nicht selten deutlich mehr organische (also unbezahlte) Reichweite mit ihren Beiträgen als bei Instagram oder Facebook.

Wichtig ist, dass die Botschaft des Videos und die Absendermarke in den ersten Sekunden erkennbar werden und die Länge deutlich unter 1 Minute bleibt. Bei TikTok sind daher vor allem Kreativität und Flexibilität im Storytelling gefragt. Die App bietet dazu viele spannende Gestaltungs-Tools an. Die Verwendung eines # Hashtags in den Beiträgen ermöglicht auch bei TikTok das bessere Auffinden und Sammeln von Beiträgen.

Wem die organischen Reichweiten nicht ausreichen, der kann durch Ads auf der For You-Page (ähnlich wie die „Entdecken“-Seite bei Instagram) seine Videos zusätzlich pushen.

Auch bei TikTok gibt es „Influencer“, die hier „Creator“ genannt werden und die eine entscheidende Rolle für Attraktivität und Weiterverbreitung des Kanals spielen. Der followerstärkste deutsche TikToker hat übrigens, Stand 6/21, ca. 32 Mio, Follower, die Zahl der Videoaufrufe ist immer 7-, manchmal sogar 8-stellig: https://www.tiktok.com/@youneszarou?

Für welche Branchen und Marken ist TikTok geeignet? Entscheidend für das Engagement auf TikTok ist die Zielgruppe, nicht die Branche. Fast alle bekannten Marken sind bereits auf TikTok engagiert, selbst die Tagesschau postet regelmäßig Videos und lässt hinter ihre Kulissen blicken.

Die häufigste von uns gehörte Frage lautet: Brauchen wir als Marke oder Unternehmen TikTok, wenn wir schon auf Instagram aktiv sind? Darauf gibt es mehrere Antworten:

1. Viele (jüngere) Nutzer sind auf beiden Plattformen unterwegs. Nicht wenige Videos werden auf TikTok erstellt und auch auf Instagram geteilt. TikTok bietet sogar eine direkte Verknüpfungsmöglichkeit.

2. TikTok hat seine Stärken in der Zielgruppe 14-24, Instagram wächst am stärksten in den Zielgruppen jenseits der 24. Bei den 18-24-Jährigen geben beide Plattformen ähnlich hohe Zielgruppenpotentiale an. Legt man die Wachstumsdynamik von TikTok zugrunde, sollten Marken, die bereits auf Instagram erfolgreich sind, ein Engagement auch auf TikTok ins Auge fassen.

Natürlich gibt es auch gegen TikTok Kritik – wie bei anderen Social Media Netzwerken auch. Neben bekannter Werbeschelte richten sich die Vorwürfe gegen angeblich mangelnde Datensicherheit der App und dem Anreiz zur Nachahmung von gefährlichen „Challenges“ vor allem für Minderjährige.

Entscheidend für das weitere Wachstum von TikTok wird die Frage sein, ob es Facebook mit den Instagram-Reels gelingt, User User an sich zu binden bzw. den Wachstumsprozess von TikTok zu verlangsamen.

Es bleibt also spannend!

Wenn Ihr Interesse habt mehr zu diesem Thema zu erfahren, dann meldet Euch doch mal: 040-82244660, Sophia und Alexander

Mail: wa.malter@alexanderplatz-hh.de

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