Teleshopping ist was für Omas? Vor dem Fernseher vielleicht – im Internet keineswegs!

„Kaufen Sie diese wunderschöne Halskette jetzt – es sind nur noch wenige verfügbar. Nutzen Sie unser einmaliges Angebot…“ – so oder so ähnlich kennt man die Aussagen von Shoppingkanälen, wenn man „durch Zufall“ einmal reinschaltet. Auch wenn im Freundeskreis scheinbar niemand wirklich hier shoppt, weiß direkt jeder, wovon die Rede ist, komisch oder?

Teleshopping liegt im Trend?

Das liegt vielleicht daran, dass die einst so verpönten Teleshoppingkanäle mittlerweile auch beim jüngeren Publikum total im Trend liegen. Das beweisen die Erlöszahlen: Der Einkaufssender HSE 24 erzielte 515 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr, QVC sogar 743 Millionen Euro. Teleshopping zählt zu der am schnellsten wachsenden Sparte im TV. Aber warum? Grund hierfür ist der Einkauf über Internet, Smartphones und Tablet-PCs. Das heißt, dass Teleshopping schon lange nicht mehr nur durch das Shoppen vor dem Fernsehen lebt, sondern viel mehr durch die rasant wachsende Anzahl der Einkäufe über das Internet!

Auch Zahlen sprechen für sich und sind ein eindeutiges Zeichen dafür, dass neben den Stammkunden mittlerweile zahlreiche jüngere Neukunden zum Hörer greifen – oder besser gesagt zum Smartphone.

Was ist eigentlich dieses „Teleshopping“?

Generell versteht man unter Teleshopping das Bestellen von Produkten, die einem parallel im Fernsehen präsentiert werden. Das „Ferneinkaufen“ zählt zu der Form des Direct Response Television, also das Fernsehen mit direkter Reaktion, in diesem Fall dem Griff zum Telefonhörer, Fax oder gar PC, Laptop, Smartphone oder Tablet. Auffallend ist, dass beim Teleshopping Produkte angeboten werden, die als exklusiv oder innovativ gelten. Alltagsgegenstände, bei denen der Zuschauer eine grobe Vorstellung über den Preis und die Qualität hat, werden hier nicht in den Fokus gestellt. Somit wird der Zuschauer zum Impulskauf angeregt – das Produkt wird von den Moderatoren so angepriesen, dass der Kunde es kauft, obwohl er es vielleicht gar nicht unbedingt benötigt. Ein Phänomen? Irgendwie schon, denn in Realität wäre man womöglich nie auf dieses Produkt zugegangen oder hätte 33.950 Euro für einen lupenreinen Brillanten ausgegeben – so elf Mal (!) geschehen beim Shopping-Sender HSE 24.

Online- und Mobile-Shopping sind die Zukunft!?

Die verschiedenen Vertriebskanäle, vom Telefon über Online hin zu Mobile, verschaffen den Shopping-Sendern den enormen Zuwachs an Kunden und somit Gewinnen. Besonderes Augenmerk solle auf den Verkauf über mobile Endgeräte gelegt werden – hier liegen laut Richard Reitzner, Senderchef von HSE 24, die größten Chancen. Und tatsächlich, der Trend entwickelt sich hin zum Online- und Mobile-Shopping. Dies zeigt eine Untersuchung der BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft). Schon 38 % der Deutschen shoppen mindestens einmal monatlich mit ihrem Smartphone im Internet. Insgesamt nutzen bereits 60% der Deutschen, das entspricht circa 42 Millionen, ein internetfähiges Mobiltelefon. Neben dem Online Shopping vor dem Laptop oder PC wird das Thema Mobile Shopping immer relevanter – ein kluger Schritt von QVC, HSE24 und Co. diese Entwicklung mitzumachen und sich so ein neuen Kundenstamm aufzubauen. Den Erfolg im jüngeren Klientel beweisen auch die Fanzahlen bei Facebook, hier hat der Shoppingsender  QVC bereits unglaubliche 1.138.734 Fans (Stand März 2013).

So können Oma und Enkel ab jetzt parallel beim gleichen Sender shoppen. Wir werden sehen, wie sich die neue Teleshopping-Kultur weiterentwickelt.

 

Quellen: handelsblatt.com, wiwo.de

Foto: Flickr_Moonfall Pix

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