Autor: Alexander Malter
Lesezeit: ca. 3 Min.

Bye bye Facebook – hello Instagram?

Es hat sich längst herumgesprochen: Selbst eine große deutsche Boulevard-Zeitung berichtete unlängst, dass Facebook die Nutzer weglaufen – vorerst wohl nur die jungen. Aber genau die sind ja meist die Trendsetter. Im eigenen Freundeskreis wird die Zahl der aktiven Facebook-Nutzer auch immer geringer, wenngleich das eigene Profil meist angemeldet bleibt. Datenschutz, Werbe-Spam, Nutzungsbedingungen, geringe Ausspielung von Posts – Facebook macht es seinen Nutzern nicht immer leicht. Und der Sexyness-Faktor hat auch Patina angesetzt. Für „Ich bin bei Facebook aktiv“ erntet man mancherorts schon mitleidsvolle Blicke. Droht Facebook womöglich in ein paar Jahren das gleiche Schicksal wie weiland den VZ-Netzwerken?

Instagram bedient Bedürfnisse

Zum Chatten ist WhatsApp ohnehin schon lange an Facebook vorbeigezogen. Mit Instagram wächst eine Community heran, die aus der Smartphone-Welt stammt und daher mobilen Nutzungsgewohnheiten entgegen kommt. Wie heißt es so schön: ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Während bei Facebook Foto-Postings derzeit durch geradezu lächerlich geringe Reichweiten abgestraft werden, erleben sie bei Instagram ein Revival. Der neue Foto-Hedonismus feiert das Selfie in vielerlei Variationen: Ich zeig‘ euch mich und meine Welt – mit Freunden, auf Parties, mit meinem Lieblings-Outfit oder mit Sushi-Häppchen in meinem Lieblings-Shop. Der Hashtag sorgt für die passende Verschlagwortung der Fotos: Die Nutzung aktueller Hashtag-Trends ist dabei essentiell, um von möglichst vielen Nutzern bei deren Suche gefunden zu werden. Und nur das schafft, im besten Fall, neben Likes auch neue Follower.

Fangewinnung wie in den guten alten Zeiten

Überhaupt neue Follower: Der Fanzahl-Fetischismus bei Facebook ist bei Instagram Schnee von gestern. Ohnehin können mangels eigener Werbeformate – vorerst – noch keine Follower bei Instagram angelockt werden. Neue Follower zu gewinnen, ist also keine Frage großer Budgets: Gute Bilder, passende und aktuelle Hashtags und das gezielte Folgen anderer Communities setzt intelligentes und nachhaltiges Community Management voraus. Fast wie in den guten alten Facebook-Zeiten, möchte man meinen.

Facebooks Zukunft

Ob Facebook in ein paar Jahren Nostalgie ist, hängt nicht zuletzt auch von Facebook selber ab. Markentechniker würden sagen: Die Marke hat ihren Zenit überschritten. Und geht in den langsamen Sinkflug über, möchte man hinzufügen. Es bedarf einiger Anstrengungen, gerade bei den Jungen, den Turnaround zu schaffen. Vielleicht etabliert sich aber Facebook auch genau da, wohin sich der demografische Trend bewegt: zu den 40+ern, Silversurfern oder wie auch immer man sie abgrenzen möchte. Instagram würde dann die Jüngeren bedienen, Facebook die Reiferen und WhatsApp irgendwie jeden – womit dann alle der Facebook-Markenfamilie erhalten bleiben.

Was bedeutet das?

Einstweilen bleibt festzuhalten: Facebook bleibt auf absehbare Zeit für jede Social Media Strategie die erste Wahl. Aber: Instagram ist für viele Marken die wichtigste Zukunftsoption in den Sozialen Medien, aktuell mit höchsten Wachstumsraten und größtem Potential. Wer also Early Mover und nicht Follower sein möchte, wenn alle Marken bei Instagram schon angekommen sind, sollte mit einer eigenen Seite einsteigen.

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