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Autor: Alexander Malter
Lesezeit: ca. 5 Min.

Bloggen kann jeder!

Über Blogs ist schon viel geschrieben worden. Das oft gehörte (Vor-)Urteil bei Werbungtreibenden: Bloggen macht Arbeit. Bloggen kostet (zu) viel. Bloggen ist eher „nice-to-have“. Bloggen ist nur für große Unternehmen oder unterforderte Hausfrauen. Und seit es Social Media gibt, geht Kundendialog auch über Facebook & Co.

Wahr ist: Bloggen stellt höhere Ansprüche: an den Autor, der oft stundenlang für einen Artikel recherchiert, fotografiert etc. Und an den Leser, der sich intensiver mit dem Inhalt auseinandersetzen muss als etwa mit einem flüchtigen Facebook-Post. Was bringt ein Blog für Unternehmen? Lohnt der Aufwand? Wie schafft man Reichweite für Blogbeiträge? Und für wen und was macht ein eigener Blog Sinn?

Bloggen heißt Kompetenz zeigen

Das Ziel lautet: Informieren, beraten, unterhalten, Kompetenzen zeigen. Und damit die eigene Zielgruppe von den eigenen Leistungen oder Produkten besser zu überzeugen, als dies ein Shop, Buchungsportal oder z. B. ein Social Media-Channel können. Mit einem Blog profiliert sich die Marke als Experte oder Ratgeber, die mit ihrem Know-how ihre Kunden von den eigenen Produkten oder Dienstleistungen überzeugt. Inhaltlich orientiert sich ein Blog eher an Presseartikeln oder anderen Publikationen als etwa an Social Media oder Anzeigen. Auch spannend: Blogs sind „Owned Media“, also Content auf einer eigenen Website. Vorteile: vollständige Kontrolle, keine Media-Kosten, eigene Gestaltungsmöglichkeiten.
Ein anderes wichtiges Anliegen: Bloggen heißt, einen Dialog mit den eigenen Kunden führen. Für Blogbeiträge erntet man nicht selten ausführlichere und hilfreichere Kommentare von Kunden als nur eine Anzahl von Likes auf Facebook oder Instagram.

Reichweite für Blogartikel schaffen

Wer über einen gut eingeführten Blog mit Abonnenten im mehrstelligen Bereich verfügt, braucht sich zum Thema organische Reichweiten keine Sorgen zu machen. Anders verhält es sich nicht selten mit kommerziellen Blogs, die vorrangig eine werbliche Rolle spielen sollen. Die nachhaltigste Maßnahme für bessere Suchergebnisse bei Google: den Blog und die Beiträge für die Suchmaschinen optimieren (allein zum SEO-Thema gibt es reichlich Literatur und Tipps). Auf schnelle und einfache Art sollte Reichweite für einzelne Blogbeiträge über Social Media, etwa Facebook-Postings unterstützt durch Ads, zugekauft werden. Aber auch ein spezieller Newsletter oder das Posten des Blogbeitrags in geeigneten Facebook-Gruppen oder z. B. Instagram sollten reichweitenfördernd wirken.

Bloggen hilft der eigenen Website

Ein Blog als Teil der eigenen Webseite macht auch für eine bessere Platzierung in Suchmaschinen viel Sinn. Für Google repräsentieren Blogbeiträge wertvolleren Content mit Mehrwert für die Google-User im Vergleich etwa zu einer eher werblich ausgerichteten Website. In den Blogbeiträgen sollte darauf geachtet werden, Produkte und Dienstleistungen aus Website oder Shop an geeigneter Stelle zu verlinken. Der gezielte Einsatz von relevanten Keywords wird sicher auch der besseren Auffindbarkeit des Blogbeitrags auf Google nutzen. Wie schon oben ausgeführt: SEO, auch für Blogs, ist ein weites Feld. Und mindestens einen zusätzlichen Blogbeitrag wert.

Für wen macht ein Blog Sinn?

Von den geschätzt ca. 200–300k Blogs (ohne tumblr) in Deutschland beschäftigen sich die meisten mit den Themen Mode, Lifestyle und Reisen. Daneben gibt es eine größere Anzahl von Blogs zu Büchern, Rezepten, Film, Wein, Motor, Technik, Gaming, Glauben, Städte. Dazu kommen zahlreiche B2B-Blogs, etwa zu (Online-)Marketing/PR, Medien, Karriere oder Unternehmensthemen. Es gibt kaum ein Thema, zu dem nicht gebloggt wird. Und zu dem ein Blog nicht ein sinnvoller Content-Baustein im Online-Marketing sein könnte. Das oft gehörte Verdikt „für unser Produkt macht ein Blog keinen Sinn“ ist daher nur eine Chiffre für: „Ich glaube nicht an Blogs, weil ich deren Nutzen nicht wirklich beurteilen kann“.

Was einen Blog erfolgreich macht

Blogartikel stellen die subjektive Meinung des Verfassers dar. Lesenswert wird diese Meinung, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt:

1. Relevanz: Die Bedeutung für eigene Interessen sollte leicht erkennbar und nachvollziehbar sein.

2. Uniqueness: Was macht den Blogartikel einzigartig, aktuell und ungesehen?

3. Leidenschaft: Der Verfasser sollte mit Herzblut schreiben, damit sich Leser in das Thema (emotional) hineingezogen fühlen. Das schafft Interesse und Blogbindung für die Zukunft.

4. Mehrwert: Es sollte ein Leser-Nutzen erkennbar sein, konkrete Tipps oder Services etwa.

5. Spaß beim Lesen: Anregende, flüssige Darstellung, nicht belehrend, gern unterhaltsam und anregend.

6. Persönlichkeit: Blogs sind mit der Bloggerpersönlichkeit verbunden und sollten – mit Augenmaß – auch Persönliches von ihr/ihm preis geben.

7. Regelmäßigkeit: Quartals-Bloggen macht wenig Sinn. Stammleser erwarten regelmäßige Beiträge.

8. Die richtige Länge: Hier streiten die Experten. In 5–6 Minuten sind 600 Wörter problemlos lesbar und stellen die Mehrzahl der Blogbeiträge dar. SEO-Experten empfehlen für das Google-Ranking Artikel mit mehr als 2000 Wörtern. Wem also gute Suchergebnisse und geteilt werden vorrangig sind, sollte längere Blogposts schreiben. Wem an gut und schnell konsumierbarem Content gelegen ist, hält sich an 600–800 Wörter.

Fragen? Fragen: wa.malter@alexanderplatz-hh.de

Schöne Grüße

Über Alexander Malter:
Studierter Soziologe, langjähriger Werber und seit vielen Jahren in allen Disziplinen des (Digitalen) Marketing unterwegs, heute Dozent, Keynoter und GF von Alexanderplatz Hamburg.
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